KI im Audit: Vom Mythos zur Praxis
Ein zentrales Thema war die Frage:
Kann KI Audits ersetzen?
Die klare Antwort der Expert*innen: Nein – aber sie macht Audits deutlich effizienter.
Anhand der KI-gestützten Audit-Software, AuditGuide, zeigte Mathias Lichy, Gründer von AuditGuide, wie sich:
- Implementierungspläne automatisiert erstellen lassen
- Dokumente systematisch gegen Normanforderungen prüfen lassen
- interne Auditfragen KI-basiert generieren lassen
- Verbesserungsmaßnahmen strukturiert ableiten lassen
Das spart Zeit in der Vorbereitung, erhöht die Transparenz und unterstützt insbesondere weniger erfahrene Auditor*innen beim strukturierten Einstieg. Der Begriff, der dabei hängen blieb: „KI-Boost“ – also gezielte Effizienzsteigerung durch intelligente Assistenz.
KI im Managementsystem: Smarte Nutzung vorhandener Daten
Markus Stelzhammer, Qualitäts- und GOV-Manager der Siemens AG Österreich zeigte live, wie KI in ein bestehendes Managementsystem integriert werden kann:
- Dokumentenmanagement mit KI-gestützter Suche
- automatische Zusammenfassungen umfangreicher Regelwerke
- KI-generierte Audit-Checklisten
- Analyse von Redundanzen und Verbesserungspotenzialen
- Unterstützung bei der Harmonisierung internationaler Vorgaben
Statt lange Dokumente manuell zu durchsuchen, können Mitarbeitende gezielt Fragen stellen und erhalten strukturierte, kontextbezogene Antworten – inklusive Quellenverweis.
Der Nutzen:
Weniger Suchaufwand, schnellere Vorbereitung, höhere Wirksamkeit.
Mensch + KI = Hybrid Intelligence
Patrick Rupprecht, Researcher und Dozent (TU Wien, FH Wien der WKW, FH Campus Wien) beleuchtete das Thema aus wissenschaftlicher Sicht: Die Zukunft liegt nicht in der Ablösung des Menschen, sondern in der „Hybrid Intelligence“ – also der Kombination menschlicher Expertise mit KI-Unterstützung.
Studien zeigen:
- Einzelpersonen mit KI erreichen ähnliche Ergebnisse wie Teams ohne KI
- Teams mit KI arbeiten effizienter – sofern Kommunikation und Rollen klar sind
- Fachwissen und Kontextkompetenz bleiben entscheidend
KI ist stark in Analyse, Strukturierung und Geschwindigkeit.
Der Mensch bleibt stark in Bewertung, Kontextverständnis und Verantwortung.
Datenschutz, EU AI Act & neue Normen
Auch regulatorische Aspekte wurden beleuchtet:
- Der EU AI Act tritt schrittweise in Kraft.
- Mit der ISO/IEC 42001 gibt es erstmals eine Norm für KI-Managementsysteme.
- Datenschutz, Datenqualität und Transparenz bleiben zentrale Erfolgsfaktoren.
Für Organisationen bedeutet das:
KI sollte nicht nur technisch, sondern auch strategisch und regelkonform eingeführt werden.
Fazit
Das Webinar zeigte klar:
KI ist kein Zukunftsthema mehr – sondern bereits gelebte Praxis im Qualitätsmanagement.
Wer KI bewusst als Werkzeug einsetzt, kann:
- Prozesse beschleunigen
- Audits besser vorbereiten
- Dokumentation effizienter strukturieren
- Ressourcen gezielter einsetzen
Oder wie es im Webinar treffend formuliert wurde:
KI ersetzt keine Qualitätsmanager*innen – aber sie ersetzt ineffiziente Arbeitsweisen.
Die gesamte Aufzeichnung finden Sie im Mitgliederbereich.


